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Aufbrechen

Nun hat es wieder begonnen- ein neues Jahr! Vielleicht war der Jahresanfang bei manchen auch verbunden mit neuen Ideen für die Gestaltung des eigenen Lebens, mit einem neuen Job, mit neuen Vorsätzen, mit neuen Wegen, auf denen wir durch das Jahr gehen wollen.

Wir sind aufgebrochen ins Ungewisse, da wir nicht voraussehen können, was das Jahr uns alles bringt. Man kann höchstens erahnen, wie es für einen persönlich verlaufen wird, aber letztendlich bleibt es ein Geheimnis, in welchen Momenten wir großes Glück erfahren werden, in welchen Momenten Resignation herrscht, in welchen Situationen wir Trost benötigen.

Was ist mein Kompass in diesem Jahr 2018? An was möchte ich mich auf meinem Weg orientieren? Welche Regeln, Werte, Maßstäbe zeigen mir den Weg für ein erfülltes Leben? Einen Kompass kann ich genau einstellen. Anhand der Marschrichtungszahlen auf der Kompassscheibe kann ich auf den Grad genau eine Richtung festlegen, die ich gehen will. Was passiert aber, wenn ich auf meinem Weg an einem Magneten vorbeikomme, der mir die Nadel verstellt? Vielleicht ohne, dass ich es selbst bemerke, und plötzlich geht es unmerklich in eine andere Richtung mit meinem Leben.

Wenn man ein Jahr mit einer Wanderung vergleicht, fällt mir sofort Mose ein, wie er aufbricht, um sich in Gottes Auftrag mit den Israeliten auf den Weg von Ägypten in das gelobte Land zu machen. Ein Land, in dem Milch und Honig fließt, ein Land voller Hoffnung und Zuversicht. In welchen Bereichen unseres Lebens sehen wir unser gelobtes Land in diesem Jahr? Welche Aussicht oder welche Hoffnung ist damit vergleichbar?


 

Der Weg Moses war kein einfacher. Das Volk der Israeliten war aufgebrochen, um der Sklaverei zu entfliehen. Vieles war ungewiss, viele Hindernisse mussten überwunden werden. Der Zug durch das Schilfmeer oder das harte Darben in der Wüste. Immer wieder kamen beim Volk Zweifel auf, ob der von ihnen eingeschlagene Weg der richtige ist oder ob eine Umkehr in die Sklaverei nicht das kleinere Übel sei.

Da kommt nun aber Gott ins Spiel. In der Bibel offenbart sich Gott Mose im hebräischen Namen „JHWE“, was so viel heißt wie: „Ich bin, der ich bin. Ich bin da und werde bei euch sein.“ Im 13. Kapitel des 2. Buch Moses steht geschrieben:

„Und der Herr zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, dass sie Tag und Nacht wandern konnten.“

Für mich wird darin deutlich, dass Gott den Menschen Mut macht, ihren Weg in die Zukunft zu gehen. Der Blick ist nach vorne gerichtet und nicht nach hinten. Nicht den verpassten Chancen oder dem Gestrigen soll hinterhergetrauert werden, sondern man soll sich dem Wagnis des Neuen stellen. Dabei sind Umwege, Zweifel und Stürze inbegriffen und müssen auch manchmal sein. Aber wir können darauf vertrauen, dass es auch in unserem Leben eine Art Feuersäule oder einen Kompass von Gott gibt und dass er uns seinen Beistand zusichert, sowohl im Jetzt als auch in der Zukunft.

Ich wünsche Ihnen einen guten Weg durch das neue Jahr

Ihr Simon Croner