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Wie die Zeit vergeht! Kaum begonnen, ist das Jahr schon wieder halb rum. Gerade beginnt man sich an die warmen Tage zu gewöhnen, da werden die Tag schon wieder kürzer; das Jahr hat den Zenit überschritten und es geht gedanklich schon wieder bergab, dem Ende zu. Sehnsüchtig hat man den Sommer erwartet und nun, wo er da ist, hat man schon Sorge, ihn zu verpassen.

Ja, wie gern wollen wir sie festhalten, die schönen, sonnigen Momente unseres Lebens, das unbeschwerte Hochgefühl des Sommers, die Zeit, in der wir so gerne Abstand gewinnen von unseren alltäglichen Routinen. Ob laue Sommernächte auf der Terrasse, eine Erfrischung im Freibad oder der Urlaub in der Ferne. Der Sommer scheint uns so Manches geben zu können, was wir im tristen Alltag allzu oft vermissen.Aber sind es wirklich diese kurzen Glücksmomente, die unser Leben lebenswertmachen? Reichen ein paar Wochen Urlaub, um das ganze Jahr über fröhlichzu sein? Der Monatsspruch für Septemberweist uns da einen anderen Weg.Er will uns die Augen öffnen, damit wir das Leben aus der Perspektive Gottes betrachten können.

„Gott hat alles schön gemacht zuseiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Menschnicht ergründen kann das Werk, dasGott tut, weder Anfang noch Ende.“(Prediger 3, 11)

Gott hat alles schön gemacht! Ist uns das eigentlich bewusst? Alles? Können wir das erkennen,können wir das annehmen? Nicht nur der Sommer ist uns gegeben, damit wir uns daran erfreuen, sondern das ganze Jahr. Nicht nur der Urlaub darf uns mit Freude erfüllen, sondern auch unser Alltag mit all seinen Höhen und Tiefen. Ich gebe zu, mir fällt es auch nicht immer leicht, nur mit Freude und Dankbarkeit durch den Alltag zu gehen. Und auch ich bin nicht der, der jeden Tag nur jubeln kann. Es gibt doch so vieles, was uns hier und da bedrückt, was uns eine Last ist, oder was uns einfach lästig erscheint. Und doch, „alles hat Gott schön gemacht zu seiner Zeit" - könnten wir es nur recht erfassen!

 

Mir ist es eine Hilfe und ich empfinde es als wohltuend, wenn ein Bibelwort mir im Alltag dafür die Augen öffnet. Wenn mir klar wird, dass Gewinnmaximierung nicht alles ist und die Erfüllung meiner Träume nichts mit der Seligkeit zu tun hat, die Gott uns zugedacht hat. Wenn ich erkenne, dass Gott viel mehr mit uns vorhat, als wir es uns erdenken können. Denn das sagt uns ja der Monatsspruch: „Gott hat uns die Ewigkeit ins Herz gelegt“. Was bedeutet das? Gott hat uns eine Sehnsucht eingepflanzt, die wir selber nicht stillen können, ganz tief im Innersten unseres Herzens können wir es spüren. Wenn wir alle Länder der Welt bereist haben, wenn all unsere Urlaubstage herum sind, werden wir zu Hause sitzen und die Sehnsucht nach der Ewigkeit ist nicht gestillt. Und auch wenn alle unsere Herzenswünsche in Erfüllung gegangen sind, wird unser Herz doch nicht zur Ruhe kommen, denn mit der Ewigkeit hat das doch nichts zu tun. Aber warum gibt Gott uns diese Sehnsucht in unser Herz? Damit wir uns abmühen und doch nicht glücklich werden? Nein, er will uns bestimmt nicht ärgern damit, denn dafür liebt er uns viel zu sehr. Gott hat die Ewigkeit in unser Herz gelegt, damit wir merken, dass es mehr gibt als das, was wir sehen und ergründen können. So wird die Sehnsucht zu unserem Wegweiser, hin zu dem Einen, der sie stillen kann und stillen will. Nur bei Gott kommen wir zur Ruhe, er schenkt uns die Ewigkeit, und wenn wir sie ergriffen haben, werden wir den Alltag mit anderen Augen sehen. Wie groß sind wohl noch unsere Probleme angesichts des allmächtigen Gottes, der an unserer Seite steht? Wie entspannt können wir in den Tag gehen, wenn wir wissen, dass die Ewigkeit schon jetzt Realität in unserem Leben ist? Die sonnigen Momente unseres Lebens werden dadurch nicht an Glanz verlieren, aber jeder Tag unseres Lebens wird anfangen zu strahlen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer mit viel Freude und Dankbarkeit im Herzen.

Daniel Kalkus