Liebe Leser und Leserinnen des Lichtenfelser Lutherboten!

 

Kennen Sie das Gefühl, dass die Zeit stehen bleibt? In den letzten Wochen konnte man manchmal meinen, es bewegt sich nichts. Die landeskirchlichen und staatlichen Vorgaben zur Pandemie wollten einfach nicht wirklich eine Lockerung bringen. Dabei hatte man selbst doch das Gefühl, langsam müssten wir über den Berg sein mit diesem Virus, der seit über einem Jahr unsere Weltüberschattet und unser Leben auf den Kopf gestellt hat. Man vergisst fast, dass es uns hier in Deutschland noch relativ gut geht, betrachtet man die Situation in Afrika, Südamerika, Asien. Aber man fühlt es gar nicht. Zu sehr ist man enttäuscht, dass auch dieses Jahr die Feste, die wir hier am Obermain so lieben, nicht stattfinden können – auch unser Gemeindefest nicht.

 

Doch so wenig geschieht gar nicht. So viel Schönes blühte und blüht auch jetzt. Da waren schöne Konfirmationsgottesdienste und Feiern, da wurde Dorothea Lintzmeyer geehrt und Joachim Wegner in den verdienten Ruhestand feierlich verabschiedet. Da wurden Kinder getauft und Paare haben sich das Ja-Wort gegeben. Die Zeit bleibt nicht stehn im Dilemma dieser Pandemie! Gott hat uns in eine Gemeinschaft gestellt, die stabil genug ist, Höhen und Tiefen miteinander zu meistern. Man muss nur immer wieder genau hinschauen und man sieht, wie viele Blüten uns umgeben.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Sommer, in dem wir sicher so manche Blüte finden werden. Und wer weiß, vielleicht feiern wir im Herbst doch noch ein kleines Gemeindefest…?

 

Herzlich grüßt

Ihre Pfarrerin Anne Salzbrenner im Namen

der Redaktion und der Haupt- Neben- und

Ehrenamtlichen!

 

 

 

Wussten sie schon, …?

 

….dass unser gemeinsames Bibellesen

Lutherbibel-Lebensnah in der Sommerzeit

immer sonntags von 19:00 – 19:45

Uhr stattfindet. Die Teilnahme ist auch

per Telefon möglich. Info bei Daniel

und Claudia Kalkus. Tel. 09571 73462.

Kommt atmet auf:

Ökumenischer Pfingstmontag

in der „Heiligen Familie“

 

Aufatmen in dieser Zeit? Geht das überhaupt?

 

Mit dieser Frage konfrontierte und begrüßte Pastoralreferent Grünbeck die zahlreichen Besucher zum inzwischen traditionellen ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag. Pfarrer Zettler und er luden dazu ein, sich einzulassen auf die Botschaft von Pfingsten, die für alle Menschen etwas Mutmachendes, Aufrichtendes und Befreiendes mit sich bringt. Symbolisch für alles, was drückt an Sorgen,Nöten, Zwängen, wurden bei der Begrüßung Steine an die Besucher verteilt.

 

Das Herzstück dieses Gottesdienstes war die Lesung aus dem Evangelium nach Johannes. Wir hören von den Jüngern, die bei verschlossenen Türen voller Angst vor den Juden beisammen saßen. Traurig und orientierungslos waren sie, denn ihr Meister, Jesus, war in ihren Augen gescheitert. Eine Situation als Ausgangspunkt, die uns gerade in dieser Zeit so vertraut, so gut nachvollziehbar erscheint: Lockdown vor 2000 Jahren. Eine ausweglose Lage. Wie soll es weiter gehen? Gibt es überhaupt so etwas wie eine Lösung, ohne ihn, ohne Jesus? Doch Jesus kommt dazu, tröstet, beauftragt sie alle und als Rüstzeug haucht er ihnen den Geist ein, der stärkt und heilt und den richtigen Weg weist.

 

Der Predigtgedanke war: Was bin ich, was kann ich, was habe ich? Und NICHT: Was bin ich nicht, was kann ich nicht, was habe ich nicht? Diese Grundhaltung kann dazu beitragen, positiv im besten Sinne das eigene Leben mit all seinen Herausforderungen anzupacken. Erkennen, was Gutes da ist, und nicht darüber jammern, was fehlt. Die Pfingstbotschaft, der Zuspruch auf den Beistand des Heiligen Geistes, sie läßt hoffen, dass auch wir angesteckt werden von dieser göttlichen Kraft, die die Jünger damals herausgehen ließ aus ihrer Unsicherheit, Verzagtheit, Angst. In den begleitenden Texten und in den Liedern,

die von Markus Brandmeier an der Orgel wunderschön gespielt und gesungen wurden, kamen all diese Gedanken und Impulse, gar nicht weltfremd, sehr einfühlsam zum Ausdruck. „Geist, der Leben schafft“ , so wird im Lied gesungen, und das Wort „Begeisterung“ drückt aus, wie auch unser Leben mit seiner Hilfe gelingen und blühen kann. In gegenseitiger Ermutigung und im Vertrauen darauf, dass es auch in Veränderungen Gutes zu entdecken gibt.

Barbara Greger